Rallye Dakar 2011: 07 Etappe – Arica (RCH)–Antofagasta (RCH), 611 km, 208 km, 819 km

DAKAR ARGENTINA CHILE 2011 - STAGE 11 : CHILECITO (ARG) / SAN JUAN (ARG) - 13/01/11 - PHOTO : ERIC VARGIOLU / DPP

DAKAR ARGENTINA CHILE 2011 - STAGE 11 : CHILECITO (ARG) / SAN JUAN (ARG) - 13/01/11 - PHOTO : ERIC VARGIOLU / DPPI

Der deutsche Automobilhersteller Volkswagen bleibt auch in der zweiten Hälfte der Rallye Dakar mit Carlos Sainz/Lucas Cruz (E/E) im Race Touareg 3 Spitzenreiter. Doch mit ihrem Tagessieg auf der siebten Etappe in Chile sind ihre Teamkollegen Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk (Q/D) bis auf 1.22 Minuten in der Gesamtwertung an die Spanier herangerückt. „Jeden Tag ein bisschen vom Rückstand abbauen – genauso haben wir uns das vorgestellt“, sagte Nasser Al-Attiyah (Q, 1. Platz Tages- / 2. Platz Gesamt-Wertung). „Heute hatten wir den Vorteil, meinem Teamkollegen Carlos Sainz folgen zu können. Bis wir zu ihm aufgeschlossen haben, profitierten wir davon. Dann aber hingen wir in seinem Staub fest. Morgen kommt eine lange Etappe auf uns zu. Mal sehen, was sich dort ausrichten lässt. Auf jeden Fall werde ich alles geben, um den Rückstand weiter zu verringern.“
In ihrem Kampf um die Führung haben sich die beiden Race Touareg 3 von ihrem Verfolger Stéphane Peterhansel im X-raid-BMW weiter abgesetzt. Dem Franzosen fehlen bereits 21.11 Minuten auf die Spitze.

Al-Attiyah feierte vor Carlos Sainz auf dem Weg von Arica nach Antofagasta seinen zweiten Etappensieg bei der Rallye – für Volkswagen war es bereits der sechste auf bislang sieben Prüfungen. Dadurch halbierte Al-Attiyah seinen Rückstand auf Sainz. „Die Etappe heute zu eröffnen war nicht besonders leicht, weil die Navigation anspruchsvoll war“, sagte Carlos Sainz (E, 2. Platz Tages- / 1. Platz Gesamt-Wertung). „Mein Beifahrer Lucas hat einen tollen Job gemacht, denn wir hätten heute locker und leicht mehr als zwei Minuten verlieren können. Das war nicht der Fall – deswegen bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Morgen ist es genau umgekehrt: Mein Teamkollege Nasser Al-Attiyah muss die Etappe eröffnen und wir können uns dranhängen.“

Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (ZA/D) komplettierten den Tageserfolg mit 2.56 Minuten Rückstand als Dritte. „Eine kurze, aber dennoch abwechslungsreiche ‚Dakar‘-Etappe“, sagte Giniel de Villiers (ZA, 3. Platz Tages- / 4. Platz Gesamt-Wertung). „Sie war der Prüfung vor dem Ruhetag ähnlich, aber fiel weniger heftig aus als erwartet. Die Navigation war heute vor allem in den Dünen nicht ganz einfach. Ich denke aber, dass wir heute beide, Beifahrer und Fahrer, nahezu fehlerfrei geblieben sind. Wir haben zwar erneut etwas Zeit auf unsere Teamkollegen Nasser Al-Attiyah und Carlos Sainz verloren, die vorn mächtig Gas geben. Stéphane Peterhansel im BMW sind wir aber näher gekommen. Die nächsten Tage werden hart. Dort wollen wir möglichst wieder Boden gutmachen.“

Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/ZA) verfuhren sich im vierten Race Touareg 3 des Teams und büßten dadurch 39.11 Minuten ein.“Heute war nicht unser Tag, sagte Mark Miller (USA, 12. Platz Tages- / 6. Platz Gesamt-Wertung). „Zu Beginn hatten wir gleich einen Plattfuß. Nach dem Wechsel des Reifens haben wir schnell wieder den Rhythmus gefunden. Ab dann lief es eigentlich ganz gut – bis wir an eine im Roadbook etwas verwirrende Stelle kamen. Dort haben wir lange nach dem Wegpunkt gesucht, der uns in das richtige Tal geführt hätte. Um den korrekten Weg wiederzufinden, haben wir einfach zu viel Zeit gebraucht.“

In ihrer Charakteristik ähnelte die Prüfung der zuletzt gefahrenen sechsten Etappe, allerdings absolvierten die Teams die Strecke in umgekehrter Richtung. Eine Serpentinen-Abfahrt zum Schluss der Etappe erwies sich als so eng, dass die Fahrer in einzelnen Kurven zurückstoßen mussten. Auch die Service-Begleitmannschaften bewältigen einen ihnen bereits bekannten Weg in umgekehrter Richtung. Das sportliche Geschehen zwang den Veranstalter zu einer Änderung der Route: Viele Teams haben aufgrund einer schwierigen Etappe erst mit großer Verspätung das Biwak am Ruhetag erreicht. Um ihnen den Start in die harte zweite Rallyewoche zu erleichtern, verkürzten die Verantwortlichen die ursprünglich 611 Kilometer lange siebte Tagesprüfung auf 273 Kilometer. Damit erreichen die Teams das Prüfungsziel bereits in der Nähe des Rio Loa mit Blick auf den Pazifik. Es ist der einzige Fluss, der in den Anden entspringt und auf dem Weg zum Meer in der Atacama-Wüste nicht vollständig verdunstet. „Das war ein fantastischer Tag für drei unserer Autos“, sagte Kris Nissen, Volkswagen Motorsport-Direktor. „Der Dreifach-Etappensieg zeigt, wie gut das Team am Ruhetag gearbeitet hat. Ich bin mehr als zufrieden mit dem Beginn der zweiten Rallye-Hälfte. Wir haben uns heute auch noch etwas mehr Luft zu Stéphane Peterhansel verschafft. Weiterhin gilt: Wir müssen zunächst die Rallye Dakar mit ihren Bedingungen schlagen und in zweiter Linie Stéphane Peterhansel im Griff behalten.“

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