Rallye Dakar 2010: Etappe 09 – Nasser Al-Attiyah und Timo Gottschalk sicherten Tagessieg

DAKAR ARGENTINA CHILE 2010 - STAGE 9 - COPIAPO (CHI) / LA SERENA (ARG) - 11/01/2010- PHOTO : FREDERIC LE FLOC H / DPPI

DAKAR ARGENTINA CHILE 2010 - STAGE 9 - COPIAPO (CHI) / LA SERENA (ARG) - 11/01/2010- PHOTO : FREDERIC LE FLOC H / DPPI

Dreifacher Etappensieg für Volkswagen, drei „Blaue“ im Gesamtklassement vorn: Der Race Touareg mit TDI-Dieselantrieb setzt am neunten der 14 Tage der Rallye Dakar 2010 weiterhin Maßstäbe. Nasser Al-Attiyah und Timo Gottschalk (Q/D) gelang auf dem Weg von Copiapó nach La Serena in Chile der Tagessieg vor ihren Teamkollegen Carlos Sainz/Lucas Cruz (E/E) und Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (ZA/D). „Das war meine Etappe. Wir hatten uns vor dem Start vorgenommen, zu attackieren“, sagte Nasser Al-Attiyah (Q, 1. Platz Tages- / 2. Platz Gesamt-Wertung). „Viel Sand, mehrere Dünenfelder, teilweise mit Kamelgras – dort habe ich etwas Zeit gutmachen können. Jetzt ist der Abstand auf meinen Teamkollegen Carlos Sainz um sechs auf gut acht Minuten geschrumpft. Und da mir auch die kommenden Etappen liegen sollten, hoffe ich, weiter ein Wort um den Gesamtsieg mitreden zu können.“

Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/ZA) erzielten in einem weiteren Race Touareg die fünftbeste Zeit hinter dem französischen X-raid-Piloten Guerlain Chicherit im BMW. „Heute bin ich ein bisschen enttäuscht. Denn die ersten 80 Kilometer hatten wir ein gutes Tempo, doch dann haben wir uns verfahren und damit viel Zeit verloren“, sagte Mark Miller (USA, 5. Platz Tages- / 3. Platz Gesamt-Wertung). „Danach hatte ich den Kontakt zu meinen Teamkollegen Nasser Al-Attiyah und Carlos Sainz auf der Strecke verloren und bin den Rest der Etappe wohl zu vorsichtig angegangen. Wie dem auch sei: Morgen erwartet uns ein komplett anderes Terrain mit viel Schotter. Diese Sorte Etappen lag mir zuletzt – da möchte ich die Zeit, die ich verloren habe, wieder herausholen.“

Die Gesamtwertung führt weiterhin Carlos Sainz vor Nasser Al-Attiyah und Mark Miller an. Al-Attiyah verkürzte seinen Rückstand auf den Führenden um sechs auf nur noch 8.26 Minuten. „Keine einfache Wertungsprüfung, denn man konnte leicht viel Zeit verlieren. Nach etwa 40 bis 50 Kilometern haben wir einen Reifenschaden gehabt, den wir schnell wechselten“, sagte  Carlos Sainz (E, 2. Platz Tages- / 1. Platz Gesamt-Wertung). „Danach haben wir Stéphane Peterhansel im X-raid-BMW überholt, der sich festgefahren hatte. Von da an habe ich mit meinem Beifahrer Lucas Cruz die Strecke eröffnet – das war sicher kein Vorteil. Alles in allem bin ich mit dem Resultat zufrieden, denn wir liegen in der Gesamtwertung immer noch vorn.“

Besonders bemerkenswert: Beim vierten Etappensieg von Volkswagen in diesem Jahr erzielte Nasser Al-Attiyah mit 6.09 Minuten den bislang größten Vorsprung eines Tagessiegers bei der Rallye Dakar 2010. Diese Leistung erreichte der Rallye-Profi aus Katar auf der bislang kürzesten Prüfung, die allerdings durch schwierige Dünenfelder der Atacama-Wüste führte. Der ursprünglich 354 Kilometer lange Abschnitt wurde um mehr als die Hälfte auf nur noch 170 Kilometer verkürzt. Wegen einzelner Nebelbänke hatte der Veranstalter den Start um 3:45 Stunden verschoben. „Eine Dünenetappe von Anfang bis Ende. Ich habe diese Wertungsprüfung sehr genossen“, sagte Giniel de Villiers (ZA, 3. Platz Tages- / 7. Platz Gesamt-Wertung). „Gleich zu Beginn haben wir auf unseren Teamkollegen Nasser Al-Attiyah gewartet, um ihm im Ernstfall helfen zu können und sind ihm dann gefolgt. Die Navigation war heute nicht so ohne – deshalb danke an meinen Beifahrer Dirk von Zitzewitz, der einen hervorragenden Job gemacht hat.“

Mit dem neunten „Dakar“-Tag ließen die Teilnehmer die Atacama-Wüste endgültig hinter sich. Zuvor galt es jedoch, Dünengürtel und tiefen, weichen Sand zu überwinden. Der Schlüssel zum Erfolg war die Fähigkeit der Piloten, die steil abfallenden Dünen mit Kamelgras-Bewuchs richtig zu lesen, um auf der gegenüberliegenden Seite nicht steckenzubleiben und dadurch Zeit zu verlieren. „Auf einer sehr sandigen Etappe hat der Race Touareg mit TDI-Power erneut gezeigt, was man braucht, um unter schwierigsten Bedingungen zu gewinnen“, sagte dann auch  Kris Nissen, Volkswagen Motorsport-Direktor. „Auch die Qualität unserer Fahrer war heute wieder offensichtlich. Obwohl die Prüfung sehr kurz war, haben Nasser Al-Attiyah und sein Beifahrer Timo Gottschalk in den Dünen einen beträchtlichen Vorsprung herausgefahren. Vier Race Touareg unter den ersten fünf Fahrzeugen sind eine starke Leistung, ebenso wie die dreifache Führung in der Gesamtwertung.“

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